Die Jugendfahrt nach Norwegen 2018

„Oh you know me well“ grölt es aus den Lautsprechern. Glücklicherweise dreht Malte die Musik laut genug, dass unser grauenvoller Fünfklang in sämtlichen Intervallen über und unter dem Originalton von den teils mehr, teils weniger verkommenen Boxen übertönt wird.
Ein verschlagenes Lächeln schleicht sich auf mein Gesicht und ich muss unweigerlich an die vergangenen 80 Male denken, die ich diese Lied schon hören durfte.
13 Tage, 14 Personen, 15 h Fahrt, das war der Beginn unserer Reise nach Norwegen.
Mit eben beschriebenem „Losfahrlied“ geht auch unsere Geschichte los. Das dissonante Singen beschränkt sich noch auf die Versuche zweier Halbstarker. Daneben ein etwas verstörtes Mädchen, welches ursprünglich dachte die beiden zu kennen.
Die Stunden verstreichen und sowohl der Scham des Mädchens als auch die Müdigkeit steigen annähernd linear. Dagegen beschreibt der Graph welcher den Frust über besaitete Instrumente darstellt eher eine exponentielle Kurve.
Alles steigt: die Freude auf das gelbe M; die Zahl vor dem Breitengrad; der Mond; die Ungeduld; hab ich die Unzufriedenheit über „Gitar“ schon erwähnt?; die Leere in den Wasser flaschen, der Bitcoin, der Heißluftballon; aber vor allem die Vorfreude. Nur die Anzahl an vorhandener Liedauswahl stagniert.
Nachdem die Fähre in Frederikshavn erreicht wurde und sämtliche Gullis mit Zahnpasta gefüllt waren durften wir die achtstündige „Fährt“ nach Oslo antreten. Auf dem Ekeberg Campingplatz verbrachten wir zwei Nächte.
Den nächsten Tag verbrachten wir in Oslo und auf dem Volleyballfeld, nachdem wir erstmals in den Genuss von süßem Gröt gekommen waren.
In Oslo sahen wir vieles, leider keinen Bolle und keinen Kronleuchter. Zum Glück gab es Elche, Nutrians und Otter die uns belehren konnten. Aber ich mein' er kann auch von einem Braunbären erwarten ungehindert durch die Stadt flanieren zu können?
Nach dem Operbau auf dem Operbau wurden die Rassen getrennt, Klos besichtigt und beim Volleyball belästigt durch Musik und patriotische Parolen.
Am nächsten Morgen gab es Gröt und wir brachen dank phänomenaler Aufräum-und Packleistung deutlich vor Zeitplan auf. Durch Norwegens Wälder ging es vorbei an Seen, einer nicht zählbaren Anzahl an Schafen und etlichen Wohnwägen ab in die Wildnss. Dort errichteten wir unser erstes Base-Camp, auf das Gina-Lisa Lohfink im Dschungel bestimmt mächtig neidisch wäre.
Nach dem Küche und Klo installiert und der Platz/das Eventzelt dekoriert waren, checkten wir den nahen See ab. Einige nutzten dies zur Entspannung, andere für die erste Seewäsche.
Abends lernten wir die Vorzüge von Birken kennen und die Gebrüder Weise zeigten uns wie man Chef-Vize nicht spielt.
Nächster Tag. Wir wachen auf. Es regnet. Nach dem Frühstück blieben die Nutria(n)s im Camp um zu spülen, während die übrigen in die nahe gelegene Kleinstadt fuhren um alles nötige und unnötige einzukaufen. Es regnet. Stef fi zeigt und wo sie ihr FSJ absolviert hat. Es regnet.
Nachmittags; Wanderung zum See, anderer als gestern.(Dies war ein kleiner Vorgeschmack auf die Artikulationsfähigkeiten besagter halbstarker) Natürlich im Regen. Unsere Reise geht weiter mit einer Kanutour. Motiviert werden am Morgen die Kanus mit unserem Gepäck beladen. Dann kann die Fahrt auch schon los gehen.
Der Anfang von Tag 1 läuft gut und die Meisten sind noch mit viel Freude dabei. Doch durch das regnerische, kalte Wetter und Umtragestellen, welche sich mit hohem Gestrüpp, Steinen Bergen oder auch Mauern immer wieder übertrumpfen steigt langsam der Frust.
Glücklicherweise findet sich am Ende des Tages nach Gefühlten 10km Boote tragen durch frisch gerodeten Kiefernwald ein kleiner See mit einer Inseln welche auf der wir schließlich unser Lager aufschlagen. Das Wetter ist uns gnädig und so dürfen wir die letzten Tagesstunden bei Sonnenschein genießen, unsere Sachen trocknen und einem herrlichen Sonnenuntergang zusehen.
Mit strahlendem Sonnenschein starten wir auch in den nächsten Tag. Nach den Anstrengungen gestern, lassen wir es etwas entspannter angehen wir paddeln ein wenig müssen dann doch noch mal umtragen und genießen unsere ausgiebige Mittagspause auf einer kleinen Insel. Einige baden, einige schlafen oder genießen einfach nur die Ruhe Norwegens. Abends auf den nächsten Campingplatz. Nach einem Erholungstag machen wir uns auf, den höchsten Berg Südnorwegens zu erklimmen. 1883m ragt der Gaustatoppen über die Telemarkregion hinaus. Bei bestem Wetter und Sicht erreichten wir die Bergstation. Der Ausblick – überwältigend: im Norden die Hochebene des Hardangervidda, nicht enden-wollende Weite.
Viel zu früh mussten wir dann schon wieder den Abstieg antreten, die Eindrücke bleiben uns aber noch lange erhalten.
Der nächste Tag, wir machen uns wieder auf den Weg Richtung Küste. Das Ziel übernachten am Meer. Zwischenzeitlich wirkt das Ziel in Gefahr aber am späten Nachmittag erreichen wir die Ula Bucht mit ihrem autofreien Campingplatz - was nicht nur Vorteile bietet. Den letzten Abend verbringen auf den Felsen, die den Sandstrand säumen. Wir singen dem Wind entgegen, so lange bis der Regen uns dann doch wieder ins trockene Zelt scheucht. Der nächste Morgen, der letzte in Norwegen, begrüßt uns mit einer lachenden Sonne. Ein letztes Mal wird unser geliebter Frühstücksgröt gekocht. Wir genießen noch die letzten Stunden am Strand, dann geht es auf die Fähre.
Die Fahrt nach Ravensburg könnte man annähernd parallel-verlaufend zur Hinfahrt betrachten. Das gelbe M wurde durchs große B ersetzt, der Frust über Gitarren hat sich gelegt und hat sich in ein freudiges Mitsingen und tanzen gewandelt; der Weg aber ist der gleiche geblieben.
Am Ende sind wir wieder auf dem Parkplatz vor dem ejw, jede*r voll mit Erlebnissen und Begegnungen der gemeinsamen Zeit.
Vielen Dank an alle die sich die Zeit mit uns gegönnt haben und ans ejw das wir die Tour machen konnten. Wir freuen uns auf jeden der nächstes Jahr wieder oder das erste Mal dabei ist. Lasst euch überraschen wohin es dann geht!

Flo Ronge, Felix Weise und Malte Weise

Auslandsfreizeit | Norwegen

In den letzten Jahren hat es sich ergeben, das ehrenamtliche Mitarbeiter des ejw selbst eine Sommerfreizeit organisieren. Die Auslandsfreizeit findet in kleinem Rahmen statt.

Zwischen 12 und 14 Teilnehmer im Alter von 15-19 Jahren bekommen die Möglichkeit, andere Länder kennen zu lernen. Neben der atemberaubenden Landschaften ist natürlich auch immer viel Programm geboten

  • Zelten in der Natur
  • Kanu fahren
  • Lagerfeuer machen
  • Gemeinsam Kochen
  • Singen
  • Die eigenen Grenzen kennen lernen

Egal in welches Land es dieses oder nächstes Jahr geht, es wird auf jeden Fall ein unvergessliches Erlebnis!